Der deutsche Frauenfußball

Wurde Frauenfußball vor einiger Zeit nicht einmal wahrgenommen, so befindet sich dieser Sport nun in einem weltweiten Höhenflug und ist einer der am schnellsten wachsenden.

So auch in Deutschland, wo der Frauenfußball von einer belächelten Randsportart zu einem akzeptierten Sport geworden ist - nicht zuletzt durch die herausragenden Erfolge der Damennationalmannschaft.

Geschichtlich sind in Deutschland erste Spuren des Frauenfußballs um die Jahrhundertwende zum zwanzigsten Jahrhundert zu finden. Zu dieser Zeit spielten Frauen eine Art Fußball, bei der sie im Kreis standen und sich den Ball zuspielten. Diese Sportart wurde allerdings von der Gesellschaft nicht akzeptiert.

Um 1920, als auch in anderen europäischen der Frauenfußball drauf und dran war, sich zu verbreiten, wurde er jedoch in Deutschland verboten. Dies sollte auch Jahrzehnte lang so bleiben, mit immer verschiedenen Begründungen, unter anderem deshalb, weil diese "Kampfsportart der Natur des Weibes fremd" wäre.

Ende der sechziger Jahre begann dann allerdings eine vermehrte Vereinsgründung durch Frauen, was zu einer tatsächlichen Verbreitung des Frauenfußballes führte. 1982 fand das erste Spiel des Nationalteams statt und das Spiel gegen Italien, im Halbfinale der Europameisterschaft 1989 war das erste Spiel, das live im deutschen Fernsehen übertragen wurde. Dies gilt als Durchbruch der Sportart. Das Sahnehäubchen allerdings stellt der Sieg bei der Weltmeisterschaft 2003 in den USA dar. Das entscheidende Tor in der Verlängerung wurde zum Tor des Jahres gewählt und ging durch die Weltpresse.

Als wichtigster Wettbewerb des deutschen Damenfußballs gilt die Bundesliga, welche 1990 gegründet wurde. Es wird ebenfalls zwischen Ligagewinn und Abstieg gespielt, und die Ligapyramide ist ähnlich der des Herrenfußballs aufgebaut.

Des Weiteren wird seit 1980 der DFB-Pokal der Frauen ausgespielt, und seit 1994 der DFB-Hallenpokal der Frauen. Rekordsieger beider Turniere ist der 1. FFC Frankfurt, welcher auch an sämtlichen Titeln gemessen die erfolgreichste Mannschaft des deutschen Frauenfußballs darstellt. Welchen Aufwind der deutsche Frauenfußball erlebt, ist allein schon dadurch verdeutlicht, dass der durch die Weltmeisterschaft 2003 ausgelöste Boom dazu führte, dass in der Saison 2005/06 sechzig Prozent der neuen DFB-Mitglieder weiblichen Geschlechts waren. Dies führt dazu, dass nun eine intensive Nachwuchsarbeit für Mädchen und junge Frauen besteht und dem deutschen Damenfußball eine rosige Zukunft blüht.